8-10 December 2017
Alpen Adria Universität Klagenfurt
UTC timezone
Home > Timetable > Session details > Contribution details

Contribution

Alpen Adria Universität Klagenfurt - Mensagebäude (Hörsaal 11)

aichinger – digital. Digitale Corpusanalyse in der Literaturwissenschaft am Beispiel von :aichinger

Speakers

  • Mrs. Marlene CSILLAG
  • Mr. Andreas DITTRICH
  • Mrs. Katharina GODLER
  • Mr. Mathias MÜLLER
  • Mr. Gilbert WALTL

Content

Vorgestellt wird ein Projekt, das Methoden digital gestützter Corpusanalyse in der Literaturwissenschaft paradigmatisch zu entwickeln sucht. Das Projekt wird von einer Gruppe von Nachwuchsforschenden unter der Leitung von Christine Ivanovic von der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Wien in Verbindung mit Hanno Biber der Abteilung Academiae Corpora (AC) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) durchgeführt. Als Untersuchungsbeispiel wurde das Gesamtwerk der österreichischen Autorin Ilse Aichinger (1921-2016) gewählt.

Der primäre Fokus der Untersuchung liegt auf der literarischen Repräsentation von Raum. Bisherige Untersuchungen ihres Werks haben erwiesen, dass Aichingers Bezugnahmen auf Orte und Ereignisse in Wien zentrale Bedeutung zukommt (vgl. beispielsweise Simone Fässler: „Von Wien her, auf Wien hin“, Wien/Köln/Weimar 2011). Dabei fällt auf, dass Aichinger Raumbezüge in verschiedenen Phasen ihres Werks auf ganz unterschiedliche Weise elaboriert: Der Wien-Bezug ihres ersten Romans, Die größere Hoffnung (1948), ist für die Leserin bzw. den Leser unzweifelhaft erkennbar, obwohl Aichinger konsequent auf die Nennung identifizierbarer Ortsnamen verzichtet. Im mittleren Werk werden Ortsbezüge zunehmend surreal; in ihren spätesten Texten hingegen häufen sich exakte Ortsangaben im Stadtraum Wien. Ziel des Projekts ist es, grundlegende Strukturen in Aichingers Referenzierung auf Orte zu ermitteln und deren Zusammenhang zur historischen Erfahrung herauszuarbeiten, deren Darstellung im Zentrum ihres Werks steht. Zu diesem Zweck sollen alle Angaben zu Ort, Zeit und Person in ihren Texten so codiert werden, dass sie einer maschinellen Abfrage zugänglich und damit sowohl systematisch als auch vollständig evaluiert werden können.