from 30 May 2019 to 1 June 2019
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
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​Folgende Pionier*innen der deutschsprachigen Schreibwissenschaft werden an der Tagung teilnehmen und Diskussionsgruppen moderieren:

  • Gerd Bräuer

  • Otto Kruse

  • Konrad Ehlich

  • Eva-Maria Jaboks (verhindert, sendet Videobotschaft)

  • Helmut Gruber (verhindert, sendet Videobotschaft)

  • Gabriela Ruhmann (verhindert)

​Im Laufe der Tagung werden auch Video-Interviews mit unseren Doyen*nes gemacht, die Sie auf unserem Tagungspadlet einsehen können:

https://padlet.com/schreibcenter/schreibwissenschaft2019

Gerd Bräuer: 

Gerd Bräuer promovierte im Bereich der Literaturwissenschaften und forschte anschließend an der University of Oregon (USA) im Rahmen eines Post-Doc-Stipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur amerikanischen Schreibwissenschaft. Als Ergebnis dessen entstanden zwei Monografien: Warum Schreiben? Schreiben in den USA: Aspekte, Verbindungen, Tendenzen (1996) und Schreibend lernen: Grundlagen einer theoretischen und praktischen Schreibpädagogik (1998).

Von 1995 bis 2004 war er Assistant Professor bzw. Associate Professor of German Studies an der Emory University (USA). In dieser Zeit forschte und publizierte er vor allem zum Fremdspracherwerb und fremdsprachigen Schreiben: Writing Across Languages (2000), Pedagogy of Language Learning in Higher Education (2001), Body and Language 
(2002), New Visions in Foreign Language Education (2004). Er beschäftigte sich aber auch schon zu dieser Zeit mit dem reflexiven Schreiben in Tagebuch und Portfolio und mit der Entwicklung von Portfoliosystemen in der Bildung: Schreiben als reflexive Praxis (2003 und 2006).

Während seiner DAAD-Gastprofessur an der PH Freiburg (2001-2003) begann er mit dem Aufbau des ersten Schreibzentrums in der europäischen Lehrer*innenausbildung und begleitete seitdem weitere Hochschulen und Universitäten in Deutschland, aber auch in Österreich, Italien, den Niederlanden und der Schweiz bei der Entwicklung von Schreibzentren, Schreibberatung und Schreibcurricula. Damals entstand ebenfalls ein Weiterbildungskurs (berufsbegleitendes Zertifikat) zur Schreibberatung, aus dem bisher über 250 Absolvent*innen hervorgegangen sind. Später hat Gerd Bräuer einen zweiten Zertifikatslehrgang zum Literacy Management entwickelt, um andere Menschen zum Aufbau von institutionell verankerten Schreibsystemen zu befähigen: Scriptorium: Ways of Interacting with Writers and Readers. A Professional Development Program (Hrsg., 2009); (mit Thaiss et al.) Writing Programs Worldwide (2012).

Von 2009 bis 2011 war Gerd Bräuer Dozent und Projektleiter am Centre for Academic Writing der ZHAW in Winterthur, Schweiz. In dieser Zeit forschte er im Rahmen eines EU-Projekts zur Verwendung digitaler Medien beim Schreiben und Lesen, woraus die folgende Publikation entstand: (mit Opdenacker et al.) QuADEM: Quality Assessment if Digital Educational Material (2009). Dieses Thema setzte er im Rahmen einer Gastprofessur an der Simon Fraser University in Vancouver/Canada (2012/13) fort und publizierte Das Portfolio als Reflexionsmedium für Lehrende und Studierende (2014/2016). Im Rahmen eines weiteren  EU-Projekts (2015-2018) setzte er seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit zum reflexiven Schreiben fort und es entstand die Online-Publikation PREPARE: Promoting reflective practice in the training of teachers using e-portfolios (mit Arimond et al., 2019).

Seit 2005 ist Gerd Bräuer wissenschaftlicher Leiter für Forschung und Projekte am Schreibzentrum der PH Freiburg. Dort leitet er außerdem die internationalen Zertifikatslehrgänge Schreibberatung und Literacy Management im blended learning-Format. Seit 2019 bietet er im Rahmen von DigitalPakt Schule eine Version des o.g. Literacy Management-Lehrgangs für Schulen im deutschsprachigen Raum an. 


Otto Kruse: 

Otto Kruse leitete bis zu seiner Emeritierung 2016 das Centre for Academic Writing am ILC Institute of Language Competence der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur, Schweiz.

Otto Kruse promovierte und habilitierte in Psychologie an der Technischen Universität Berlin, arbeitete als Studienberater an der Freien Universität Berlin und als Professor für Psychologie der Sozialen Arbeit an der FH Erfurt. Er ist Mitbegründer der EATAW and des Schweizer Forum Wissenschaftliches Schreiben. Er publizierte mehrere einschlägige Bücher als Autor oder (Mit-) Herausgeber: Keine Angst vor dem leeren Blatt (Campus, 1993), Kreativität als Ressource für Veränderung und Wachstum (dgvt Verlag, 1997) Schlüsselkompetenz Schreiben (Luchterhand, 1999), Kunst und Technik des Erzählens (Zweitausendeins, 2001), Schreiben. Von intuitiven zu professionellen Schreibstrategien (Westdeutscher Verlag, 2002), Prozessorientierte Schreibdidaktik (Haupt, 2006), Lesen und Schreiben (UVK / UTV, 2010), Learning to Write Effectively. Current Trends in European Research (Emerald, 2012), Kritisches Denken und Argumentieren (Huther & Roth / UTB, 2017), University Writing in Central and Eastern Europe: Tradition, Transition, and Innovation (Springer, 2018). Seine Forschungsschwerpunkte sind: Schreibprozess, Schreibkulturen und interkulturelle Aspekte des Schreibens, Kritisches Denken, Digitalisierung des Schreibens. Derzeit entwickelt er in einem EU-finanzierten Projekt eine Schreibplattform, die Studierenden beim Verfassen ihrer Abschlussarbeit unterstützt.

 

Konrad Ehlich: 

Konrad Ehlich: Studium protestantischer Theologie, orientalischer Sprachen, der Philosophie, Soziologie und Sprachwissenschaft. Promotion 1976 an der FU Berlin; Habilitation an der Universität Düsseldorf für Allgemeine Sprachwissenschaft 1980. 1981 bis 1983 Professor für Textlinguistik in Tilburg (Niederlande), 1983 bis 1992 Professor für Deutsche Philologie / Deutsch als Zweit- und Fremdsprache und seine Didaktik an der Universität Dortmund, seit 1992 Professor für Deutsch als Fremdsprache an der LMU München und Leiter des dortigen Instituts für Deutsch als Fremdsprache / Transnationale Germanistik bis zum Eintritt in den Ruhestand 2007. Seit 2009  Honorarprofessor an der FU Berlin.

Ehrendoktor der Aristoteles-Universität Thessaloniki 2000. 2001 bis 2004 Erster Vorsitzender des Deutschen Germanistenverbandes. Seit 2014 Mitglied der Academia Europaea. 2014 Verleihung des  Deutschen Sprachpreises der Henning-Kaufmann-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Arbeitsfelder: Allgemeine Sprachwissenschaft; Linguistische Pragmatik; Diskursanalyse und Textlinguistik; Theorie der Schrift , Schriftlichkeit und Mündlichkeit, gesprochene und geschriebene Sprache; Wissenschaftssprache und Wissenschaftssprachkomparatistik; Angewandte Sprachwissenschaft, Institutionelle Kommunikation, Interkulturelle Kommunikation; Sprachsoziologie, Sprachpolitik; Sprachaneignung; Deutsch als Fremdsprache, Deutsch als Zweitsprache; Sprachdidaktik; Linguistische Literaturanalyse; Hebraistik.

Beiträge zur Schreibwissenschaft und Wissenschaftskommunikation u.a. (die Nummern verweisen auf die genauen Angaben in der Bibliographie unter www.ehlich-berlin.de; für Weiteres s. dort im „Systematischen Index“ die Einträge unter „Wissenschaftskommunikation“, „Mündlichkeit und Schriftlichkeit“ und „Geschriebene Sprache / Schrift / Orthographie“):

Mitinitiator der Arbeitsgruppe „Geschriebene Sprache“ der Reimers_Stiftung und Mitherausgeber von HSK 10.1/2.“ Schrift und Schriftlichkeit / Writing and  its use“ 1994 / 1996 [#155]; Hg. (zusammen mit Florian Coulmas und Gabriele Graefen) von  „A Bibliography of Writing and Written Language“ 1996 [#171]; Hg. (zusammen mit Angelika Steets und Inka Traunsburger) von „Schreiben für die Hochschule“  2000 [#233]; Hg. (zusammen mit Angelika Steets) von „Wissenschaftlich schreiben – lehren und lernen“ 2003 [#293];“ Sprache und sprachliches Handeln, Band 3: Narration – Diskurs – Text- Schrift“ 2007 [#372]


(Foto: Ausserhofer)